Der NABU Donsbach hatte zur Winterwanderung eingeladen

Das ganze Waldgebiet Freudenstein soll Kernfläche werden

Der NABU Donsbach hatte zu seiner alljährlichen Winterwanderung eingeladen. Treffpunkt war bei der Naturstation Talblick. Von dort führte die Wanderung entlang des Naturschutzgebietes Alteberg-Sauernberg und durch den Wald Freudenstein. Ein Teil des Waldes war auf Bestreben des NABU Donsbach als Kernfläche ausgewiesen worden. Ziel, so Frank Markus Dietermann, Vorsitzender des NABU Donsbach, muss es sein, dass der gesamte Wald als Kernfläche ausgewiesen wird. Diese zukünftigen Urwälder sind für die Biodiversität von unschätzbarem Wert. Eines der wichtigsten Strukturmerkmale eines Naturwaldes ist das Totholz. In diesem Lebensraum gibt es etwa 1400 Käferarten, 1500 Pilzarten, 50 Vogelarten, 15 Fledermausarten sowie über 50 Wildbienenarten.

 

Studien haben gezeigt, dass in Naturwaldreservaten, die sich selbst überlassen werden, fast doppelt so viele der Arten vorkommen, als in bewirtschafteten Vergleichsbeständen. Fast 200 Staaten verhandelten auf der Weltnaturkonferenz im Dezember in Montréal. Am Ende wurde sich auf ein Weltnaturabkommen geeinigt. So sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Landschaft und der Meere zu Schutzgebieten erklärt werden. Von daher müsse, so Dietermann, auch Deutschland sich hinab bis in die einzelnen Kommunen dieser wichtigen Aufgabe stellen. Zudem sollen im Neuen Hessischen Naturschutzgesetz statt fünf Prozent nunmehr zehn Prozent der Wälder zu Kernflächen und damit für die Zukunft zu Urwäldern werden. Auch aus diesem Grunde sollte als erste Maßnahme im Bereich Dillenburg der gesamte Freudenstein als Naturwald ausgewiesen werden, so Dietermann. Nach der Wanderung war wieder Einkehr bei der Naturstation Talblick. Dort gab es Essen und Trinken und eine warme Naturschutzhütte.